So nehmen Sie Proxy-Einstellungen über die Linux-Befehlszeile oder das Terminal vor
Das Einrichten eines Proxys auf einem Linux-System kann in verschiedenen Situationen nützlich sein, beispielsweise beim Zugriff auf Netzwerkressourcen, die auf bestimmte IP-Adressen beschränkt sind, oder zum Schutz Ihrer Privatsphäre bei der Verbindung mit dem Internet. Es gibt verschiedene Tools und Methoden zur Konfiguration eines Proxys auf einem Linux-System, wobei die genauen Schritte von Ihrer Distribution und der von Ihnen verwendeten Linux-Version abhängen.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie einen Proxy über die Linux-Befehlszeile, die Ubuntu-Desktop-Benutzeroberfläche und GNOME 3 einrichten.
Auf einem Linux-System können Sie die Proxy-Einstellungen auf verschiedene Arten über die Befehlszeile konfigurieren.
Hier sind einige Alternativen:
- Umgebungsvariablen setzen: Um den Proxy-Server für den HTTP- bzw. HTTPS-Datenverkehr festzulegen, können Sie die Umgebungsvariablen „HTTP-Proxy“ und „HTTPS-Proxy“ setzen.
Beachten Sie Folgendes:
export http_proxy=http://proxy.example.com:8080
export https_proxy=http://proxy.example.com:8080
- Verwenden Sie das Tool „proxychains“: „proxychains“ ist ein Tool, mit dem Sie bei jedem Befehlszeilenprogramm einen Proxy verwenden können. Um es zu nutzen, müssen Sie die Datei /etc/proxychains.conf bearbeiten, um den Proxy-Server und alle anderen gewünschten Einstellungen festzulegen, und anschließend den Befehl „proxychains“ verwenden, um den gewünschten Befehl auszuführen. Zum Beispiel:
proxychains curl http://example.com
- Verwenden Sie das Tool „apt-get“: Wenn Sie einen Proxy zum Herunterladen von Paketen mit „apt-get“ verwenden müssen, können Sie den Proxy festlegen, indem Sie der Datei /etc/apt/apt.conf eine Zeile im folgenden Format hinzufügen:
Acquire::http::Proxy "http://proxy.example.com:8080";
Sie können auch einen separaten Proxy für HTTPS einrichten, indem Sie eine ähnliche Zeile mit „HTTPS“ anstelle von „HTTP“ hinzufügen.
Einrichten eines Proxys über die Ubuntu-Desktop-GUI
Befolgen Sie diese Schritte, um einen Proxy über die Ubuntu-Desktop-Benutzeroberfläche zu konfigurieren:
- Öffnen Sie die App „Einstellungen“, indem Sie auf das Zahnrad-Symbol in der oberen rechten Ecke des Desktops klicken.
- Klicken Sie in der App „Einstellungen“ auf das Symbol „Netzwerk“.
- Klicken Sie im linken Menü auf die Netzwerkverbindung, für die Sie den Proxy konfigurieren möchten. Wenn Sie über eine kabelgebundene Verbindung verbunden sind, heißt diese „Kabelgebunden“. Wenn Sie über eine WLAN-Verbindung verbunden sind, heißt diese „WLAN“.
- Klicken Sie auf das Zahnrad-Symbol neben der Netzwerkverbindung, um die Einstellungen für diese Verbindung zu öffnen.
- Klicken Sie im Einstellungsfenster auf die Registerkarte „Proxy“.
- Auf der Registerkarte „Proxy“ haben Sie die Wahl zwischen den Proxy-Einstellungen „Automatisch“ und „Manuell“. Wenn Sie die Option „Automatisch“ wählen, muss die URL der PAC-Datei (Proxy Auto-Configuration) in das Feld „URL“ eingegeben werden. Bei der Option „Manuell“ müssen Sie, falls diese verwendet wird, die IP-Adresse des Proxy-Servers im Abschnitt „Adresse“ und die Portnummer im Abschnitt „Port“ angeben.
- Falls Ihr Proxy eine Authentifizierung erfordert, aktivieren Sie das Kontrollkästchen „Authentifizierung erforderlich“ und geben Sie anschließend Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort in die entsprechenden Felder ein.
- Um Ihre Änderungen zu speichern, klicken Sie auf die Schaltfläche „Übernehmen“.
Proxy-Einstellungen unter GNOME 3
Befolgen Sie diese Schritte, um die Proxy-Einstellungen in GNOME 3 zu konfigurieren:
- Starten Sie die Anwendung „Einstellungen“.
- Klicken Sie auf der Registerkarte „Netzwerk“ auf.
- Um eine Netzwerkverbindung zu konfigurieren, klicken Sie auf das Zahnradsymbol daneben.
- Klicken Sie im Feld „Netzwerkeinstellungen“ auf die Registerkarte „IPv4“ oder „IPv6“.
- Wählen Sie unter „Methode“ die Option „Manuell“ aus.
- Tragen Sie in die Spalten „Adresse“ und „Port“ die Daten für den Proxy-Server ein.
- Geben Sie bei Bedarf in den Feldern „Benutzername“ und „Passwort“ einen Benutzernamen und ein Passwort ein.
- Wählen Sie im Menü „Speichern“ aus.
- Schließen Sie abschließend das Fenster „Einstellungen“.
Häufig gestellte Fragen zu Proxys unter Linux
Kann Linux einen Proxy-Server unterstützen?
Ja, Linux kann einen Proxy-Server mithilfe verschiedener Tools wie Squid, dem Apache-HTTP-Server mit mod_proxy oder HAProxy unterstützen.
Was ist ein HTTP-Proxy unter Linux?
Ein HTTP-Proxy ist eine spezielle Art von Proxy, der den HTTP-Datenverkehr (Hypertext Transfer Protocol) steuert, den Industriestandard für die Verbindung von Webbrowsern und Webservern. HTTP-Proxys können verwendet werden, um die Internetgeschwindigkeit zu erhöhen, Zensur zu umgehen oder die Privatsphäre zu schützen.
Fazit
Im Allgemeinen bietet der Einsatz eines HTTP-Proxys auf einem Linux-System eine Reihe von Vorteilen. Indem er als Vermittler zwischen dem Gerät des Nutzers und dem Internet fungiert, die IP-Adresse des Nutzers verbirgt und vor potenziellen Online-Gefahren schützt, kann er dazu beitragen, die Sicherheit zu erhöhen. Durch das Zwischenspeichern häufig besuchter Seiten kann er das Surfen beschleunigen, da wiederholte Abfragen entfallen.
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